Ausgangslage
Die alte Hauensteinlinie von Olten via Läufelfingen nach Sissach hat einen sehr niedrigen Kostendeckungsgrad von nur 20%.
Deshalb droht in den nächsten Jahren die Umstellung auf einen Busbetrieb. Damit würden sich die Kosten für den Besteller des öffentlichen Verkehrs von ca. 1.8 Mio. auf ca. 1 Mio. CHF reduzieren. Die Linie selbst würde wohl von den SBB als Ausweichroute zum Basistunnel weiterhin unterhalten werden. Die Infrastruktur-Beiträge durch den bisherigen Bahnbetrieb entfallen bei einer Buslösung.

Der derzeitige Bahnbetrieb mit elektrischem Trieb- und Steuerwagen ist weitgehend rationalisiert. Auf der Kostenseite sind deshalb kaum mehr signifikanten Einsparung möglich, es sei denn mit Ausdünnung des Fahrplans.

Grosse Teile der Bevölkerung des Hombureger Tales möchten die Bahnlinie beibehalten. Dies vor allem aus verkehrstechnischen Gesichtspunkten. Für Pendler zu den wichtigen Industriestandorten zwischen Bern und Zürich sind gute Anbindung an das SBB Netz in Olten und Sissach wichtig. Die Bahn bietet da wesentlich schnellere und stabilere Verbindung als der Bus der über den Hauenstein Pass verkehrt. Die Läufelfinger Linie (S9) wird daher von der betroffenen Bevölkerung auch als eigentlicher Lebensnerv für das Homburger Tal bezeichnet.

Das Problem der alten Hauensteinlinie liegt auf der Einnahmenseite
Das Homburgertal ist mit rund 15'000 Einwohnern zuwenig dicht besiedelt, um die im Stundentakt fahrenden Züge ausreichend zu besetzen. Vor allem in den Zwischen- und Randstunden sind die Züge sehr schwach frequentiert.

Die Idee einer modernen, wirtschaftlichen Dampfbahn am Hauenstein schlägt ein neues Konzept für den regionalen Eisenbahn­verkehr vor, das nicht nur auf die alte Hauensteinlinie anwendbar ist. Bei gleichen Betriebskosten werden die Einnahmen dank der Attraktivität der Dampftraktion durch den zusätzlichen touristischen Verkehr, welcher ausserhalb der Pendlerzeiten stattfindet, signifikant erhöht. Damit lässt sich der Kostendeckungsgrad deutlich verbessern.

Fahrplanmässiger, täglicher Dampfbetrieb
Alle Taktzüge werden mit einer modernen Dampf-Pendelzugs­komposition nach folgenden Vorgaben geführt:

-  gleicher Fahrplan

-  gleiche Fahrzeit

-  gleicher Fahrpreis für die bisherigen Benutzer

Für die zusätzlich fahrenden Touristen sind differenzierte Fahrpreise mit Lenkungswirkung vorzusehen. Damit können die Einnahmen optimiert und die vorhandene Kapazität optimal genutzt werden, sodass Pendler und Touristen nicht gleichzeitig fahren.
Das obige Bild gibt eine Idee, wie ein moderner Dampfpendelzug aussehen könnte.

Die Lokomotive
Der heutige Bahnbetrieb ist nur mit modernem Rollmaterial möglich. Dazu ist ein neuer Dampfpendelzug notwendig. Die Lokomotive wird von einer Person bedient und ist vom Steuerwagen am Ende des Zuges aus fernsteuerbar. Die beim Publikum sehr beliebte sichtbare Technik, aber auch das charakteristische Geräusch und, bei kühler Witterung, die spektakulären, aber geruch- und schadstofffreien Dampffahnen gibt es auch bei neuen Dampflokomotiven.

Die Wagen
Die neuen Wagen sollten einen gegenüber dem heutigen Standart erhöhten Komfort bieten. Klimatisierung, Niederflureinstieg, einfacher Velo- und Kinderwagentransport und die Einführung einer "Salonklasse" sind vorgesehen. Denkbar ist auch Rollmaterial, welches ein auf Regionalzügen bisher nicht bekanntes Fahrerlebnis bietet. Das können Panoramawagen sein oder ein Wagen, von dem aus man in den Führerstand der Lokomotive sieht.

Betrieb
Sinnvollerweise wäre der Betrieb durch eine etablierte Bahngesellschaft (EVU = Eisenbahn Verkehrs-Unternehmung) zu übernehmen.

Vorerst ist der Betrieb auf der Strecke Sissach – Läufelfingen – Olten vorgesehen. In einer zweiten Phase wäre eine Verlängerung der Strecke bis nach Basel denkbar.

Ökologie und Brennstoff
Moderne Dampflokomotiven mit Leichtölfeuerung haben eine sehr saubere Verbrennung, die weder Gerüche noch Russ erzeugt. Der Einfluss auf die Umwelt entspricht einem Mehrfamilienhaus mit einer modernen Ölheizung.
Möglich ist auch eine Feuerung mit Erdgas oder andern sauberen Energieträgern.

Einnahmen
Professionell geführte Dampfbahnen transportieren jährlich zwischen 100'000 und 600'000 Passagiere. Die landschaftlich schöne, jedoch abgelegene Wutachtalbahn befördert an nur 100 Betriebstagen rund 140'000 Fahrgäste. Bei durchschnittlichen Einnahmen von 10 CHF pro Fahrgast liessen sich am Hauenstein Zusatzeinnahmen von 1.4 Millionen CHF realisieren.

Marktpotential mit Elektro- oder Busbetrieb:

Alle Einwohner des Homburgertals plus Trimbach: rund 15'000 Personen.

Marktpotential mit Dampfbetrieb:

Tourismusfachleute rechnen für Olten und Sissach mit 5 bis 6 Mio. potentiellen Tages­ausflüglern. Keine Andere Dampfbahn hat ein auch nur annähernd so grosses Einzugsgebiet.

Synergien
Dampflokomotiven sind ein ideales Marketinginstrument. Von den zusätzlichen Touristen wird auch die Region profitieren, insbesondere die Hotellerie und das Gastgewerbe. Dadurch wird für das regionale Gewerbe eine zusätzliche Wertschöpfung erreicht, welche die Beiträge von Kanton und Gemeinden an den öffentlichen Verkehr bei Weitem übersteigt.

Steigerung der Attraktivität des oberen Baselbiets
Der Dampfbetrieb wird das ganze obere Baselbiet attraktiver machen und dessen touristische Angebot wie ein roter Faden zusammenhalten. Dazu ist eine intensive Zusammenarbeit mit Gemeinden und lokalen Tourismuspromotoren geplant. Jede Idee ist willkommen, seien es Kombinationen von Wellness im Bad Ramsach und Bahnfahrt, Wandervorschläge und Bahnlehrpfade, Kirschbäume die man für ein ganzes Jahr mietet oder Kutschenfahrten durch die Juralandschaft von den Bahnhaltestellen aus.

In Sissach ist die Dampf-Infrastruktur (Wasserturm, Drehscheibe, Depot) noch vorhanden. Denkbar ist daraus ein Dampf-Zentrum mit Museum, Restaurant etc. zu errichten.

Eine täglich im Stundentakt verkehrende moderne Dampfbahn (Modern Steam) ist in Europa einzigartig und wird ein internationales Publikum anziehen.